2010 |
Geboren 1950. Studium der Linguistik, Sinologie, Afrikanistik, Theologie und Vergleichenden Religionswissenschaften in Deutschland und den USA. Zahlreiche Publikationen und Lehrtätigkeiten. Der Autor ist "Arbeitspriester im Bischofsrang und Leitender Bischof der Christian Missionary Anglican Communion". |
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LAOZI DAODEJING |
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"Bei einem so
alten und in der Vergangenheit bereits so vielfach kopierten Text bleiben
Verständnisprobleme auch für den Spezialisten nicht aus: Die im Original
verwendete Sprache ist in ihren Begriffen vieldeutig, es gibt zahlreiche
Textvarianten, und vieles von dem, was im chinesischen Original noch
einigermaßen verständlich sein mag, ist schwer in die Worte einer westlichen
Sprache mit ihren grammatischen Kategorien zu fassen. Bestimmte Begriffe
sind vielschichtig in ihrer Bedeutung, und sehr oft lässt auch der
inhaltliche Kontext eine ganze Reihe verschiedenster
Übersetzungsmöglichkeiten offen. Es liegt also in der Natur des
Originaltextes dieses Werkes, dass die bisher vorhandenen Übersetzungen des
DAODEJING in westliche Sprachen weniger qualitativ denn inhaltlich
divergieren, was ihre eigentlichen Aussagen angeht, und es so etwas wie die
„richtige" Übersetzung des DAODEJING eigentlich gar nicht geben kann. Dies
gilt natürlich auch für die vorliegende deutsche Textfassung – die
eingebauten Kommentare und möglichen Übersetzungsalternativen geben davon
ein beredtes Beispiel. Wir konnten hier also lediglich den Versuch machen,
eine Übersetzung dieser 81 Sentenzen des Daodejing vorzulegen, die dem Geist
des zugrunde liegenden philosophischen Denkens möglichst weitgehend
entspricht, das Gesagte müßte dann das auch tatsächlich Gemeinte
(Autorenintention) sein. Wir haben uns zwar bemüht, einerseits wortgetreu
und andererseits auch verständlich zu übersetzen, aber angesichts der oben
bereits erwähnten Eigenheiten des Originaltextes kann dies immer nur eine
ungefähre Annäherung an den Text sein. Obwohl die He-Shang-Gong-Originalfassung des Textes viel seltener den Übersetzungen des DAODEJING in westliche Sprachen zugrunde liegt und daher kaum bekannt ist, haben wir sie als Grundlage für unsere Übersetzung als maßgebliche Textgrundlage gewählt. Nicht nur deswegen, weil sie bereits bis auf die Han-Zeit in vorchristlicher Zeit zurückgeht und damit wesentlich älter sein dürfte als die von Wang, die für die meisten Übersetzungen in westliche Sprachen benutzt wurde." (Aus dem Vorwort)
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